Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Montag, 23. Januar 2017

Die Zukunft wird verschachert

Wie hier bereits berichtet, sind die ersten Flächen im Reinhardswald vom Land für Investoren freigegeben, die ihre Windkraftanlagen in unserem schönen und einmaligen Wald bauen wollen.

Nun sind die nächsten Flächen zugeteilt worden, wenn auch vertraglich noch nicht unterschrieben. So sollen die Flächen Farrenplatz und Langenberg der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) zur Verfügung gestellt werden, um dort 15 Großwindanlagen zu bauen.

Wirtschaftlichkeit? Fraglich!


Bei der zugeteilten Fläche handelt es sich um Gebiete der Vorrangfläche  KS04b, die mit Windgeschwindigkeiten von 5,75m/s  bis max. unter 7m/s angegeben ist. Schon erstaunlich, dass neue Flächen freigegeben werden, gilt doch die Untergrenze der Wirtschaftlichkeit von 5,75m/s!
Die Nennleistung erreichen Windkraftanlagen in der Regel erst ab ca. 12m/s!

kleines Windrad

Hinzu kommt eine Novellierung des EEG, wonach es zukünftig keine festen Einspeisevergütungen mehr gibt, sodern ein Bieterverfahren den günstigsten Einspeiser ermittelt. Das dürfte den Preis für die Vergütung weiter drücken und eine Wirtschaftlichkeit bei den vorliegenden Winden nahezu unmöglich machen.

Umweltzerstörung? Sicher!


Viel Schlimmer als die wirtschaftliche Unsinnigkeit ist jedoch die Zerstörung der Natur. Hier mal ein paar Fakten zu dem Gebiet Langenberg und der Umgebung:
- Entfernung zur Sababurg: 2 Kilometer
- Entfernung zur Wallfahrtskirche Gottsbüren: 1,5 Kilometer
- Entfernung zum Kloster Lippoldsberg: 4,1 Kilometer
- Diverse Bodendenkmäler durch das Landesamt für Denkmalpflege ausgewiesen.
- Schwarzstorch und Rotmilan Lebensraum
- Naturschutzgebietsnähe zum FFH "Weserhänge und Bachläufe"

düstere Aussichten für Vernunft und Natur

In der lokalen Presse wird gefeirt, dass die regionale EGR den Zuschlag bekommen wird und somit Teile der Wertschöpfung in der Region bleiben.

EGR- Wehrmutstropfen oder Schande?


Ist es zu begrüßen, dass die EGR den Zuschalg bekommt? Sollte es? Nein. Die EGR ist wie jeder andere Investor zu betrachten, schließlich hat die Genossenschaft nichts unternommen, um den wahren Wert des Reinhardswaldes zu schützen und zu erhalten! Zudem liegt das finanzielle Risiko am Ende bei den Kommunen, also auch den Bürgern, die die Verunstaltung ihrer Heimat zu ertragen haben und das bei äußerst fraglicher Wirtschaftlichkeit!
Wie clever unsere Haushaltspolitiker dabei in der Vergangenheit waren, muss ich wohl nicht weiter ausführen, da reicht ein Blick nach Calden. Starrsinn und Kurzsicht werden einmal mehr Vernunft und Weitsicht niederprügeln. Doch ich nehme Wetten an, dass man hinterher wieder einmal schlauer sein wird...

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