Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Sonntag, 6. März 2016

Kommunalwahl und der Reinhardswald

In diesem Blog habe ich schon gelegentlich meine Meinung bezüglich Salzwasserpipeline und Windkraft im Reinhardswald kundgetan. Jetzt steht Kommunalwahl an und auf all den vielen bunten Wahlplakaten schmücken sich Parteien gerne mit der Einmaligkeit des Reinhardswaldes, der bei den Menschen nicht nur ein Gefühl der Heimat vermittelt, sondern auch überregional Bekanntheit und Beliebtheit genießt.
Zeit also an diesem Tag einmal zu beleuchten, was die Parteien in ihren Programmen stehen haben, um diesen in seiner Einmaligkeit zu erhalten. Gern möchte ich darauf hinweisen, dass sich jeder natürlich eine eigene Meinung zu bilden hat, wen er wählen will oder nicht und dass Umweltschutz nur ein Askpekt (ein immens wichtiger aber) der Politik ist. Auch habe ich hier nur die 'größeren' Parteien einmal durchleuchtet und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei den Freien Wählern Hessen habe ich Programm folgendes gefunden:
Landesweite Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie endlich voran bringen
Für den Reinhardswald könnte das bedeuten, dass es potenziell noch weitere Windkraftstandorte geben wird, die eine Verspargelung der Landschaft weiter vorantreiben. Fracking hingegen wird in Hessen gänzlich abgelehnnt. In wieweit das Programm mit dem Wahlplakat kollidiert, welches einen Reinhardswald ohne Windkraft fordert, bleibt unklar.


Bei der SPD heißt es, dass: zwei Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete im Konsens in der Region ausgewiesen werden
Es sieht also genauso aus wie bei den FW, ein klares Bekenntnis für den Reinhardswald ist nicht zu bekommen, Fracking wird hingegen ebenfalls abgelehnt.Umso befremdlicher, dass die SPD im Wahlkampf aktiv mit der Sababurg und dem Tierpark auf Stimmenfang geht, fehlt doch ein klares Bekenntnis zu seinem uneingeschränkten Erhalt.



Die AFD lehnt diese Zerstörung hessischer Waldflächen und Kulturlandschaften durch Windenergieanlagen und die damit einhergehende Gefährdung von Fauna und Flora ab.
Zudem wird ein Mitbestimmungsrecht für Bürger bei der Genehmigung neuer Anlagen gefordert. In diesem Punkt bezieht die AFD klar Position für Naturschutz ohne Wenn und Aber im Bezug auf Windernergie.


Bei der CDU konnte ich in den Leitsätzen zur Kommunalwahl nicht einmal das Wort Umweltschutz finden. Offenbar spielt das Thema bei dieser Partei keine Rolle.


Die Grünen: Bis 2019 wollen wir in Hessen den Anteil der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung verdoppeln 
 Zwar soll der Ausbau im Rahmen gültigen Naturschutzes erfolgen. Dass der Naturschutz per Gesetz jedoch für Landschaften, die keinen extrem hohen Schutzstandard wie etwa Biosphärenreservat oder Naturschutzgebiet genießen, extrem gering ist reduziert den 'Naturschutz' gleich wieder auf ziemlich genau 0. Auch eine Verdopplung der Energie aus regenerativen Quellen braucht vornehmlich eins: Platz.


Die Linke sagt dazu: In Hessen bildet der Ausbau der Windkraftanlagen eine Säule der notwendigen Energiewende 
Auch hier fehlt ein klares Bekenntnis zum Reinhardswald, Sozioökonomische Forderungen stehen über dem des Naturschutzes. Fracking ist hingegen kein Thema.



Fazit (meine Meinung):
Bei den meisten Parteien spielt Umweltschutz im Allgemeinen zumindest in den Programmen schon eine Rolle. Leider werden wirtschaftliche Belange in den meisten Fällen immer wieder vornangestellt. Meiner Meinung nach ist die Energeiwende in ihrer aktuellen Form nicht durchdacht und die ökologischen Folgen oft negativer als immer wieder dargestellt.
Zukünftig macht ein weiterer großer Ausbau der Wind- und Sonnenenergiekraft ohne sinnvolle Speichertechnologie meiner Meinung nach keinen Sinn. Es werden weitere Überkapazitäten auf Kosten der Natur, Landschaft und der Stromkunden geschaffen, die diese dann auch noch über die EEG Umlage bezahlen müssen.
Natürlich brauchen wir einen Umstieg von fossiler auf regenerative Energie, doch darf der Focus nicht auf einem blinden Kapazitätsausbau liegen, wenn die Nutzung und Speicherung dieser Energie aktuell viel zu große Probleme machen. Mit einem (nicht gerade) umweltfreundlichen Netzausbau wird es nicht getan sein. Wirkliche dezentrale Lösungen sind nicht in Sicht und so lange das nicht realisierbar ist, darf die Natur nicht weiter im Interesse von Renditejägern mit Windrädern und Solarpaneels zugeplastert werden.


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