Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Samstag, 31. Januar 2015

Der geht ganz weit...

Es war mal wieder an der Zeit eine etwas längere Wanderung zu unternehmen und was bietet sich da eher an, als diese Kilometer genussvoll im Reinhardswald abzulaufen.

Gemeinsam mit meinem guten Freund Manuel ging es am frühen morgen von Hofgeismar aus los. Jeder schulterte seinen Rucksack mit ordentlich Proviant, zusätzlicher warmer Bekleidung und anderen mehr oder weniger nützlichen Dingen, die man an so einem Tag brauchen könnte.

im Lempetal

Zuerst führte uns die Route an der Esse entlang bis nach Carlsdorf, von wo aus wir weiter nach Hombressen marschierten. Die Nacht zuvor hatte es fast 10 cm Neuschnee gegeben und alles lag unter einer weichen, weissen Decke verborgen. In den Bäumen und Büschen erwachten die heimischen Vögel und zwitscherten ein Guten-Morgen-Lied, während unsere Schritte im verharschten Schnee knirschten. So stelle ich mir Winter vor und atme die kühle, frische Morgenluft!

Kasseler Schneise


Staufenberg, Friedwald, Sababurg


Durch das Lempetal zog es uns weiter und hintter der ehemaligen Revierförsterei bogen wir ab in Richtung Kühbacher Wiese, nahmen ein Stück der Kasseler Schneise und wanderten hinauf zum 472m hohen Staufenberg. In der dortigen Schutzhütte machten wir uns über die mitgebrachten Brotzeiten her.

Mittlerweile hatte dichtes Schneetreiben eingesetzt und wenn der Wald etwas lichter wurde, wehte ein doch ziemlich kalter Wind. Da kam uns die Sababurg gerade recht und wir machten im angrenzenden Tierpark eine Pause. Die netten Damen vom Kiosk boten uns sogleich einen überdachten, fast zugfreien Platz an, auf dem wir den leckeren Kaffee aus Pappbechern genossen.

Sababurg im Schneetreiben

Doch auch die schönste Pause geht irgendwann zu Ende, zumal unsere Mägen sich nun doch langsam immer deutlicher bemerkbar machten. Immerhin verlangten die ersten 20 Kilometer uns einiges an Energie ab, läuft es sich im Schnee doch nicht so leicht und beschwingt wie auf trockenem Schotter oder gar Asphalt. Am Forstscheid hielten wir dann auch erst einmal eine ordentliche Nachmittagsrast, mit heißer Linsensuppe vom Gaskocher, Wurst, Käse und einem richtig anständig gekühlten Bier!

verspätete Mittagspause


und sie laufen und laufen und laufen


Frisch gestärkt ging es wieder hinaus in den Winter und in einem weiten Bogen an der Sababurger Mühle vorbei bis unterhalb des Urwaldes. Langsam wurden die Beine schwer, der Schnee immer tiefer und die untergehende Sonne tauchte das ganze Umland in blaues Grau. In Beberbeck legten wir noch eine letzte Pause ein, kochten einen heißen Kaffee im Bushäuschen und machten uns bereit für die letzte Etappe - die Nachtwanderung nach Hofgeismar.


der Weg ist das Ziel


Auf geradem Weg verließen wir Beberbeck und stapften unermüdlich weiter durch den Schnee. Bei Hombressen ging es dann noch ein letztes Mal bergauf, bis hinauf zur Friedenseiche, von wo wir die abendlich beleuchteten Dörfer des Umlandes sehen konnnten. Nun noch 2 Kilometer hinunter und das Ziel war erreicht.

Am Ende standen 41,2 Kilometer auf der Uhr,  uns der Stolz im Gesicht und im Kalender das Datum für die nächste Runde im Reinhardswald....

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