Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Dienstag, 10. Dezember 2013

Räuchern mit heimischen Kräutern - Teil 1 Geschichte

Heute möchte ich mit einer kleinen Serie beginnen, die sich mit dem Thema des Räucherns beschäftigt.

Geschichtliches:

Räuchern ist wohl seit der Mensch das Feuer für sich entdeckt hat, immer mehr zu einem Brauch, einer Kunst und Tradition geworden, die schließlich in jeder bekannten Hochkultur der Geschichte einen festen rituellen, aber auch alltäglichen Platz fand.
Dabei dürfte es ursprünglich eher reiner Zufall gewesen sein, wenn frühzeitliche Menschen Holz, Rinde, Harze oder Kräuter in ihr Feuer warfen und sich daraus angenehme Düfte entwickelten, welche die Launen der Umsitzenden zu beeinflussen vermochten.
Durch Beobachten und Ausprobieren wurden mit der Zeit immer mehr Pflanzen entdeckt, die mit ihren verschiedenen Düften unmittelbar eine stimmungsverändernde Wirkungen hervorriefen. Diese konnten nun gezielt gesammelt und für bestimmte rituelle oder gewöhnliche Zwecke eingesetzt werden.
Von Generation zu Generation wurde das immer größer werdende Wissen darüber weitergegeben und mit der Erfindung der Schrift schließlich aufgezeichnet und dadurch noch weiter verbreitet.
Regional entwickelten sich, je nach Verfügbarkeit der Räucherstoffe, unterschiedliche Riten und Traditionen, doch im Kern bleibt der Sinn dahinter immer gleich.

Hokuspokus oder Wissenschaft?

Über das Räuchern geistern heutzutage viele Geschichten umher und die meisten ordnen das Rächern unter dem allgemeinen Begriff der Esotherik ein, dabei kann das Räuchern doch vielmehr als nur das bloße Verbrennen von Pflanzenteilen sein.

In der alltäglichen Anwendung übernahm das Räuchern die Aufgabe die Luft in den Häusern zu verbessern oder um Nahrungsmittel haltbar zu machen. Noch heute werden z.B. Wurst, Käse oder Fisch über verschiedenen Hölzern geräuchert, um sie zu konservieren und den Geschmack zu verbessern. Daneben erlangten Räucher-Rituale zu medizinischen, religiösen, weissagenden und magischen Zwecke eine große Bedeutung.
Von vielen Pflanzen ist heute, nicht nur in der Homöopathie, sondern auch in der Schulmedizin eine gesundheitsfördernde,desinfizierende oder heilende Wirkung bekannt, die zum Teil durch das Verräuchern bzw. Einatmen erreicht wird. Es ist also weit mehr als bloßer Hokuspokus.
Buddh. Kloster im Himalaya
Religiös ist in unserem Kulturkreis wohl der Weihrauch am weitesten verbreitet, der in katholischen Kirchen zum Einsatz kommt. Im Hinduismus und Buddhismus findet, vor allem in Asien das Räuchern heute ebenfalls ganz selbstverständlich im alltäglichen religiösen Leben statt.
Doch nicht nur aktuell, sondern schon seit der Steinzeit wurde auf Altären Räucherwerk verbrannt, um die Gottheiten milde zu stimmen. Bei den Kelten war es üblich, neben dem rituellen Hauptfeuer- und Räucherplatz in der Dorfmitte, einen kleinen Hausaltar zu haben, der mit Opfergaben versehen wurde und an welchen kleine Räucherzeremonien abgehalten werden konnten.
Weltweit ist das Räuchern aus den Hochkulturen in Ägypten, Mesopotamien, Griechenland, dem römischen Reich, dem Orient, sowie den indianischen Stammesritualen und aus Europa bekannt. Es zeiht sich also weltweit durch die Menschheitsgeschichte.

 

Und heute bei uns?

Räucherzeremonien werden in unserer Gesellschaft zur atmosphärischen Reinigung und Desinfektion von Wohnräumen und Häusern genutzt. Darüber hinaus ist das Verbrennen von Räucherwerk, wie früher religiöse Handlung und Opfergabe an die Götter und wird gern bei Gottesdiensten, Hochzeiten oder Taufen eingesetzt.
Räucherwerk wird zur Hilfe bei der Meditationen und zur Stärkung der spirituellen Energien verwendet. Ebenso wird in der alternativen Medizin auf die heilende Wirkung bestimmter Räucherstoffe vertraut.
Das alte Wissen wird in vielen Bereichen wiederentdeckt und immer mehr Menschen sehen das Räuchern als Bereicherung ihres täglichen und spirituellen Lebens. Natürlich gibt es auch einige, die nur wegen des 'netten Duftes' räuchern, doch auch diese lassen sich ganz unbewusst von den Düften beeinflussen. Darüber hinaus bietet ein Räucherritual vor allem auch Zeit zum Abschalten, was in unserer hektischen Welt immer wichtiger wird.
Ich würde jedem raten, sich einmal etwas näher damit zu beschäftigen, denn es gibt viel zu entdecken, was unser Leben bereichern kann.

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