Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Lyrik

Wer um die Gewohnheiten von Vögeln und Tieren weiß,

Wer sie durch Lied und Ruf unterscheiden kann,

Wer das quecksiberhelle Leben in den Bächen kennt,

Den Lauf, den die Sterne über den Himmel nehmen,

Hat vielleicht niemals zu einem Buch gegriffen,

Doch er teilt die Weisheit mit der Unendlichkeit ...


Wer mit empfindsamer, gewandter Hand an jedem Holzwerk arbeitet,

Der wird den Regen, das Sonnenlicht, den Sternenschein und den Tau aufnehmen

Die in das Werden seiner Maserung Eingang fanden.


Wer Tag für Tag die Wohlgerüche des Waldes einatmet,

Der sollte groß und aufrecht, rein und gut werden.


Wer Gesellschaft in den Steinen und Zufriedenheit

In der Berührung von Ranke und Blatt findet,

Wer vor Freude einen Hügel erklettert und laut ein Lied singt,

Wer das Gefühl des Windes liebt, wird keinen Schmerz kennen,

Keine Einsamkeit, die jemals zu groß wird,

Denn nie wird er ganz verlassen sein ...

Wer lange von diesen begleitet wird, hat an jeder alten Weisheit und Philosophie teil.

(Alte walisische Versdichtung)

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