Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.
(Seneca)

Sonntag, 18. August 2013

Jagdsaison wird eröffnet

Bald ist es wieder so weit und im Reinhardswald werden Heerscharen von Jägern einfalllen. Alljährlich im Frühherbst ist es das gleiche Spektakel. Massen von zahlenden Gastjägern werden mit Jeeps, Kleinbussen oder LKWs in die nordhessischen Wälder gekarrt, um dort bei sogenannten Massenjagden die heimischen Wildtiere abzuknallen. Grundsätzlich viel zu oft nach dem Motto: 'Geschossen wird auf alles was sich bewegt'.

Für die Hessische Forstgesellschaft ist es ein lukratives Geschäft, sind doch die meist zahlungskräfigen Gewehrträger gern bereit ein netttes Sümmchen für den Ballerspaß springen zu lassen. Doch wie sieht es mit der Natur aus?

Im Reinhardswald etwa wurde ein sogenannter 'Wildschutzzaun' errichtet, selbstverständlich auf Steuerzahlerkosten, der dafür sorgt, dass sich eine unnatürlich hohe Population aufbaut, weil die Tiere nicht abwandern können. Bislang konnte man mir auch noch nicht wirklich erklären, warum man zur Hege, die sich die Jäger gern auf ihre Fahnen schreiben, mit dem Auto durch den Wald fahren muss. Ein Mountainbike würde es für Kontrollfahrten ebenso tun und die gern auch mal beleibtere Jägerschaft ein wenig in Form bringen.
Immer wieder bin ich auch verwundert, warum in den Wintermonaten das Wild gefüttert wird - wobei das offiziell ja gar nicht stattfindet. Geht man aber mal ein paar Meter abseits vom Weg in den Wald finden wir an vielen Stellen mit Heu befüllte Futterstände. Und das obwohl die Population ja viel zu hoch ist, wie es auch aus Jägerkreisen immer wieder heißt, um die Jagden zu rechtfertigen.

Dazu kommt die unglaubliche Umweltsauerei, dass viele Jäger immer noch mit bleihaltiger Munition schießen, die den Boden belastet und unser Grund- und Trinkwasser gefährdet. Dank der enormen Lobby wird das natürlich von staatlicher Seite toleriert.

Da die großen Raubtiere bei uns ausgerottet wurden, ist eine Jagd sicherlich an einigen Stellen für ein natürliches Gleichgewicht notwendig, aber die Art und Weise wie sie derzeit zu in unseren Wäldern stattfindet ist einfach nur beschämend, kommerziell , verwerflich und nichts weiter als ein perfider Freizeitspaß. Die Lobbyarbeit dahinter ist teuer und immens im Aufwand, will man sich als Jäger doch zu gern mit dem Orden des Waldbehüters schmücken, der man aber in Wirklichkeit gar nicht ist...

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